Business News

Business News Schlagzeilen

Shure übernimmt Stem Audio

01/12/2020

Corona: Link Instinct stellt Expo-IP und Cinector Stage an virtuellem Messestand vor

23/11/2020

Avixa Women’s Council expands global presence

16/11/2020

Calibre launches Premium Channel Partner Program

16/11/2020

Novemberhilfe der Bundesregierung - ein 10 Mrd. Euro teurer Etikettenschwindel?

15/11/2020

Corona: Fragen und Antworten - Außerordentliche Wirtschaftshilfe - Novemberhilfe

14/11/2020

Corona: Veranstaltungswirtschaft fordert Korrekturen des Regierungsbeschlusses

06/11/2020

Corona: Offener Brief des Aktionsbündnis Darstellende Künste

05/11/2020

Corona: Forum Musikwirtschaft begrüßt außerordentliche Wirtschaftshilfe, fordert aber Nachbesserungen

03/11/2020

Corona: Initiative Musik verschickt erste Förderzusagen für Musikclubs, Livemusik-Veranstaltungen und Musikfestivals

02/11/2020

Corona: Einstufung von Messen als Freizeiteinrichtungen laut AUMA „unverständlich“

30/10/2020

Ben Sheppee of Observatory creates ‘Drawdown’ for Collusion

29/10/2020

Corona: Initiative „Pro Event“ stellt Aktionsplan vor

27/10/2020

Corona: DEAplus stellt für 2020 komplett auf Live-Online-Weiterbildung um

27/10/2020

Corona: Neue Degefest-TrendAnalyse veröffentlicht

27/10/2020

Corona: DEAplus koordiniert EU-Projekt Ready4future

26/10/2020

Corona: Messen können weiter stattfinden

15/10/2020

Neues Gesetz zur Nutzung von Lasern bei Shows in der Schweiz

05/10/2020

ROE Visual brings short online crash courses

02/10/2020

Messe Frankfurt bildet weiter aus

01/10/2020

Corona: Handlungsempfehlungen zur Optimierung des Konjunkturprogramms

28/09/2020

Corona: Veranstaltungsbranche fordert Optimierung des Konjunkturprogramms

25/09/2020

Corona: Mehrheit der Aussteller hält am bisherigen Messe-Engagement fest

10/09/2020

Ottec und Hazebase beenden Kooperation

26/08/2020

Corona: Bündnis #AlarmstufeRot zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft gegründet

19/08/2020

Shure übernimmt Stem Audio

Shure übernimmt Stem Audio

Shure hat das Unternehmen Midas Technology mit Sitz in Kalifornien, auch bekannt unter dem Namen Stem Audio, aufgekauft. Stem Audio hat sich auf eine Reihe von vernetzten Audioprodukten spezialisiert, darunter Tisch-, Decken- und Wandmikrofone, Hubs, Lautsprecher und Control Interfaces.

Mit der Übernahme von Stem Audio ist Shure nun in der Lage, das bestehende Produktportfolio um Lösungen für Unternehmen jeglicher Größe zu erweitern und darüberhinaus zusätzliche Kundengruppen zu erreichen, während Stem Audio von Infrastruktur und Support-Möglichkeiten durch Shure profitiert. "Beide Unternehmen profitieren daher von der Übernahme und ergänzen sich optimal", so Chris Schyvinck, President und CEO von Shure.

Stem Audio Produkte sind von jeher aus dem Blickwinkel des Endanwenders entwickelt worden und stellen in Verbindung mit dem End-to-End-Audio-Ecosystem von Shure ein umfassendes Angebot an Audiolösungen dar. Mit dieser Erweiterung vervollständigt Shure das bestehende Portfolio. "Die Infrastruktur und globale Reichweite von Shure wird dazu beitragen, Stem Audio Produkte mehr Kunden weltweit zugängig zu machen", erklärt Jacob Marash, CEO und Gründer von Stem Audio.

Shure und Stem Audio werden bis zur vollständigen Integration in die Shure Unternehmensstruktur weiterhin eigenständig operieren. Informationen über künftige Produktplanungen beider Marken werden zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung stehen. In der Zwischenzeit bleiben Vertriebskanäle und Support vorerst unverändert, und Stem-Kunden können die Produkte weiterhin über ihren aktuellen, autorisierten Händler erwerben. Die Firmenübernahme umfasst auch die Marke Phoenix Audio Technologies von Midas.

www.shure.com
www.stemaudio.com

Corona: Link Instinct stellt Expo-IP und Cinector Stage an virtuellem Messestand vor

Corona: Link Instinct stellt Expo-IP und Cinector Stage an virtuellem Messestand vor

Die Düsseldorfer Medienagentur Link Instinct hat mit Expo-IP das erste CRM-System vorgestellt, mit dem nahezu jede Messe und jeder Kongress digital vorbereitet, inszeniert und choreographiert werden kann.

 

Mit Expo-IP können Veranstalter selbstständig einen kompletten Kongress planen, inklusive digitalem Check-in oder Empfang, Wegweisern zu virtuellen Vortragssälen sowie Messeständen unterschiedlicher Größe und Komplexität. „Es gibt ein Kongressprogramm, digitale Konferenztaschen, Roll-up- und Bannerwerbung sowie alles andere auch, was man von Kongressen so kennt. Es gibt fast nichts, was sich nicht auch virtuell abbilden lässt“, erläutert Link-Instinct-Inhaber Harry Flint. „Wir helfen bei der Lizensierung, Konzeption, Produktion und Präsentation der Messestände.“

 

Neben der Software Expo-IP und deren Implementierung bietet Link Instinct auch alle ergänzenden Leistungen rund um die digitale Veranstaltung an: Grafiken, digitale Messestandgestaltung, TV-Produktionen, Ein- und Zuspielfilme, PR-Maßnahmen, mediale Verbreitung sowie die Moderation von Veranstaltungsteilen oder die Präsentation von Produkten. Die virtuelle TV-Studio-Software Cinector Stage ermöglicht darüber hinaus das Erstellen von Videos und animierten Präsentationen für E-Learning und Kommunikation.

 

Ein Beispiel dafür, dass Fachkonferenzen nicht nur als Präsenzveranstaltungen funktionieren, ist die DiMarEx Special, die kürzlich als fünftägige virtuelle B2B-Messe für Digitales Marketing und E-Commerce ausgerichtet wurde. Link Instinct stellte dort an einem eigenen Messestand sowohl die Expo-IP- als auch die Cinector-Stage-Software vor.

 

Die Online-Messegäste verfolgten unter anderem Harry Flints Fachvortrag „Präsentieren mit KnowWOW - beeindruckenden Content und Moderation selbst erstellen“. „Wir konnten aufzeigen, welche Vorzüge Sendungen aus einem hochmodernen virtuellen TV-Studio mit 3D-Renderings und digitalen Kamerafahrten haben“, so Flint.

 

www.linkinstinct.com

 

Avixa Women’s Council expands global presence

Avixa Women’s Council expands global presence

The Avixa Women’s Council, a global community for supporting and empowering women in the AV industry, has announced the addition of a new local group in Hong Kong. The council was formed in 2015 and today has 47 local groups around the world with more than 860 members. With the addition of Hong Kong, it now has seven local groups outside of the United States.

 

The formation of the Hong Kong group is led by Joy Balboa, Regional Marketing Manager for Vega Global, and Heather Li, Director of Digital Workplace Solutions for Vega Global. The new group is actively recruiting members and plans to host its first networking event soon.

 

“We are seeing more women moving into careers in AV and IT in Asia,” says Balboa. “But there is a lack of platforms for women to network, advance their careers, and find training. That’s what led us to work with the Avixa Women’s Council to start a local group in Hong Kong.”

 

The Avixa Women’s Council groups around the world support women AV professionals through a multitude of ways, from hands-on training and preparation for the Certified Technologist Specialist (CTS) exam, to networking, mentorship, and job training. The groups also support their local communities through volunteer work with food banks, the Girl Scouts, and other philanthropic organizations.

 

www.avixa.org

 

Calibre launches Premium Channel Partner Program

Under a new Premium Channel Partner Program, Calibre UK will incentivise companies selling commercial Calibre LED and image display solutions. “It takes more than just a product to be the supplier of choice,” says Paul Wilson, Account Manager EMEA at Calibre UK. “We’ve introduced a new Calibre Premium Channel Partner Program to enable our business partners to deliver solutions to integrators and specialists across a broad spectrum of applications, markets, and geographies.”

 

“Based on vertical markets, other revenue and business models, the Calibre Premium Channel Partner Program will reward partners with several benefits to help partners win business and make money,” adds Wilson. Benefits include online training opportunities, increased knowledge transfer, a web portal for web-based product support, promotions such as e-shots and newsletters, strategic consulting, sales and marketing support, and competitive product discounts, leasing and financing options. Several companies have already joined the Calibre Premium Partner Program, including Distrimedia (France) and Formato AV (Portugal).

 

www.calibreuk.com

 

Novemberhilfe der Bundesregierung - ein 10 Mrd. Euro teurer Etikettenschwindel?

Novemberhilfe der Bundesregierung - ein 10 Mrd. Euro teurer Etikettenschwindel?

In einem längeren Statement hat sich das Aktionsbündnis Alarmstufe Rot zu den aktuellen Hilfen der Bundesregierung zu Wort gemeldet. Nachfolgend im originalen Wortlaut:

 

Die Bundesregierung gibt vor, die besonders von Corona betroffenen Branchen retten zu wollen. Gleichzeitig werden im Kleingedruckten bewusst komplexe Hürden eingebaut, sodass wirklich Betroffene weiterhin keinerlei Finanzhilfen bekommen.

Das Rettungsprogramm der Regierung gleicht einem Eisberg. Für die breite Öffentlichkeit gut sichtbare Bereiche wie Theater, Kinos und Gastronomie erhalten jetzt Gelder aus dem Novemberprogramm: 75 % des Novemberumsatzes 2019 sollen den Betrieben ausgezahlt werden. Die riesige Zahl nichtsichtbarer Zulieferer und Dienstleister in der Veranstaltungswirtschaft ertrinkt indessen unter der Wasseroberfläche. Sie werden geopfert, indem unrealistische Zulassungshürden in das Novemberprogramm eingefügt wurden. Mit detailreichen Formulierungen wird der Kreis der antragsberechtigten Unternehmen bewusst klein gehalten. Fast 90 Prozent der Betriebe der deutschen Veranstaltungswirtschaft wird jede Hilfe verwehrt.

Todesurteil für Veranstaltungswirtschaft

"Die Regierung betreibt gerade eine kolossale Triage. Sie beurteilt, welche Branchen rettungswürdig sind und welche Wirtschaftszweige Deutschland in Zukunft nicht mehr braucht. Als nicht überlebenswert wurde der Veranstaltungswirtschaft der schwarze Zettel umgehängt: 'Opfer, sterben lassen.' Dies, obwohl sie der sechstgrößte Wirtschaftszweig mit 100.000 Betrieben und mit über einer Million Beschäftigten ist, deutlich vor der Automobilwirtschaft", so Nico Ubenauf, Mit-Initiator des Aktionsbündnisses Alarmstufe Rot. "Die Bundesregierung betreibt Politik für die Schlagzeilen und nicht für die deutsche Bevölkerung. Hohe Rettungsbeträge schaffen zwar den Weg in die Pressekonferenzen und Abendnachrichten, nicht aber zu den notleidenden Beschäftigten, zehntausenden Soloselbstständigen und mittelständischen Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft", kritisiert Ubenauf weiter.

Täuschung der Öffentlichkeit

Politiker von Regierung und Opposition haben auf zwei Bundesdemos, vielen Landeskundgebungen und in drei Sitzungen des Rettungsdialogs mit der Veranstaltungswirtschaft glaubwürdig versichert, dass sie das Sonderopfer dieser Branche verstanden haben. Unter anderem Finanzminister Scholz signalisierte öffentlich, dass genügend Geld für den Sektor bereitstehe. Aber anderen Wirtschaftszweigen, die seit Jahrzehnten in der Lobby von Parlament und Ministerien Bedarfslisten präsentieren, wurden diese Mittel nun zugesprochen. Seit Monaten werden die Wähler schleichend auf dieses Opfer vorbereitet. Mit Aussagen wie: "Party und Kirmes müssen halt mal ausfallen" wird bewusst der Blick fehlgelenkt, dass 88 Prozent der Veranstaltungen in Deutschland Wirtschaftsanlässe sind wie Messen, Vollversammlungen, Fachkongresse und Technologieschauen. Hier sichert der Exportweltmeister Deutschland seinen Rekordabsatz. Nur 12 Prozent der

Veranstaltungen entfallen auf die Bereiche Kultur und Soziales. Mit Parolen wie "klotzen nicht kleckern" wird der Öffentlichkeit das Gefühl vermittelt, dass Arbeitsplätze und Wirtschaftsunternehmen in Deutschland gerettet werden. Tatsächlich werden die Menschen hierzulande schon 2021 bemerken, dass keine Dienstleister mehr da sind, die das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit in Form sicherer und organisierter Veranstaltungen ermöglichen können.

Milliardensubvention für Hotellerie und Gastronomie

Die Vertreter des Aktionsbündnisses Alarmstufe Rot begrüßen, dass die ebenfalls von der Krise betroffene Hotellerie und Gastronomie mit dem Novemberprogramm gestützt werden. Nachdem es diesen Branchen bereits möglich war, über den Sommer ihrer Geschäftstätigkeit nachzugehen und verlorene Frühjahrsumsätze nachzuholen, erhalten sie nun Subventionen in Milliardenhöhe. Damit dürfte die Regierung eine Klagewelle dieser Berufsverbände verhindern wollen. Doch die Veranstaltungswirtschaft ist seit März noch immer im ersten Lockdown. Über acht Monate ohne Geschäftsgrundlage, ohne Einnahmen und nun ohne Berücksichtigung im Novemberprogramm: Dies ist das Todesurteil, das die Regierung über das deutsche Veranstaltungswesen gesprochen hat.

 

www.alarmstuferot.org
www.facebook.com/nightoflight2020
www.instagram.com/alarmstufe_rot_/
https://twitter.com/rotalarmstufe

Corona: Fragen und Antworten - Außerordentliche Wirtschaftshilfe - Novemberhilfe

Vor den Erläuterungen zwei direkte Links - bitte ansehen:

O-Ton Olaf Scholz:
www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Video/2020/2020-11-10-o-ton-scholz-novemberhilfe/2020-11-10-o-ton-scholz-novemberhilfe.html

WISO-Bericht und anschließendem Interview mit Olaf Scholz (ab Minute 13):
www.zdf.de/verbraucher/wiso/wiso-vom-9-november-2020-100.html

Die epidemiologische Lage ist ernst. Das dynamische Infektionsgeschehen hat dazu geführt, dass die Infektionskette in den meisten Fällen nicht mehr nachzuvollziehen sind. Um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden, müssen wir das Infektionsgeschehen wieder unter Kontrolle bekommen. Dazu müssen wir die Zahl persönlicher Kontakte so weit wie möglich verringern. Die am 28. Oktober von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben genau dieses Ziel. Sie bedeuten aber gleichzeitig eine enorme wirtschaftliche Belastung insbesondere für diejenigen Branchen, die von den temporären Schließungen betroffen sind. Viele dieser Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen sind bereits durch die Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Frühjahr wirtschaftlich angeschlagen und waren gerade dabei, sich zu erholen. Sie trifft diese Schließung hart. Um diese besonders betroffenen Unternehmen zu unterstützen, stellt der Bund eine zielgerichtete außerordentliche Wirtschaftshilfe - die Novemberhilfe - bereit, die über die bestehenden Unterstützungsprogramme deutlich hinausgeht. Im Folgenden wird diese außerordentliche Wirtschaftshilfe anhand häufig gestellter Fragen erläutert.

Welche Unternehmen sind antragsberechtigt?
Die Novemberhilfe des Bundes richtet sich an Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die von den temporären Schließungen erfasst sind (im Folgenden "Unternehmen" genannt). Antragsberechtigt sind solche Unternehmen, die aufgrund des Beschlusses des Bundes und der Länder vom 28. Oktober 2020 den Geschäftsbetrieb einstellen mussten. Hotels sind ebenfalls antragsberechtigt. Ebenfalls antragsberechtigt sind Unternehmen, die indirekt stark betroffen sind (siehe Antwort auf folgende Frage).

Können auch Unternehmen, die nur indirekt von den Schließungsanordnungen betroffen sind, von den Hilfen profitieren?
Ja. Diejenigen Unternehmen, die zwar nicht direkt von einer staatlichen Schließungsanordnung betroffen sind, aber faktisch im November dennoch an der Ausübung ihres Gewerbes gehindert sind, sollen auch direkt antragsberechtig sein. Dies gilt für alle Unternehmen, die regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungs-Maßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen, zum Beispiel eine Wäscherei, die vorwiegend für Hotels arbeitet, die von der Schließungsanordnung direkt betroffen sind
Verbundene Unternehmen - also Unternehmen mit mehreren Tochterunternehmen oder Betriebstätten - sind dann antragsberechtigt, wenn mehr als 80 Prozent des verbundweiten Gesamtumsatzes auf direkt oder indirekt betroffene Verbundunternehmen entfällt. Erstattet werden bis zu 75 Prozent des Umsatzes der betroffenen Verbundunternehmen. Dies betrifft etwa eine Holdinggesellschaft, die sowohl Restaurants (geschlossen) und Einzelhandelsunternehmen (weiter geöffnet) hält - hier wird die Nothilfe gezahlt, wenn die Restaurants zu mehr als 80 Prozent des Umsatzes der Holdinggesellschaft beitragen.
Für Unternehmen, die nicht direkt oder im oben beschriebenen Sinne indirekt von den Schließungsmaßnahmen betroffen sind, aber dennoch hohe Umsatzeinbrüche im November 2020 im Vergleich zum Vorjahr haben, wird es Hilfen im Rahmen der Überbrückungshilfe III geben. An den Details arbeitet das Bundesministerium der Finanzen derzeit intensiv mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Sind auch gemeinnützige und öffentliche Unternehmen und Einrichtungen antragsberechtigt?
Ja. Die Organisationsform und die Trägerschaft des Unternehmens oder der Einrichtung sind nicht entscheidend. Ein gemeinnütziges Theater kann ebenso Hilfen erhalten wie ein kommerzieller Restaurantbetreiber. Wichtig ist, dass das Unternehmen oder die Einrichtung am Markt tätig ist und Umsätze erwirtschaftet. Wenn solche öffentlichen Unternehmen von der Schließungsanordnung betroffen sind, wie zum Beispiel öffentliche Schwimmbäder oder kommunale Theater, dann können auch diese Unternehmen entsprechend der Regeln von der Novemberhilfe profitieren.

Sind auch Kulturschaffende antragsberechtigt?
Ja, die Novemberhilfe des Bundes richtet sich an Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die von den temporären Schließungen erfasst sind. Darunter fallen entsprechend auch Kulturschaffende. Soloselbständige sollen bis zu einem Förderhöchstsatz von 5000 Euro direkt antragsberechtigt sein, also ohne die Einschaltung von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, vereidigten Buchprüfern oder Rechtsanwälten.

Wie hoch sind die gezahlten Zuschüsse?
Mit der Novemberhilfe werden Zuschüsse pro Woche der Schließung in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019 gewährt. Zu den Ausnahmen von dieser Regel siehe unten.

Wie ist die Novemberhilfe strukturiert?
Damit den Betroffenen einfach und unbürokratisch geholfen werden kann, wird die Hilfe als einmalige Kostenpauschale ausbezahlt. Unternehmen sollen damit insbesondere ihre Fixkosten decken können, die trotz der temporären Schließung anfallen. Um das Verfahren so einfach wie möglich zu halten, werden diese Kosten über den Umsatz angenähert. Bezugspunkt ist der durchschnittliche wöchentliche Umsatz im November 2019. Dieser steht bereits fest und kann einfach und unbürokratisch zur Grundlage gemacht werden.

Was ist mit Soloselbständigen, zum Beispiel Künstler, die im November 2019 keinen Umsatz hatten?
Soloselbständige haben ein Wahlrecht: sie können alternativ zum wöchentlichen Umsatz im November 2019 den durchschnittlichen Wochenumsatz im Jahr 2019 zugrunde legen. Damit helfen wir auch Soloselbständigen, die im November 2019 keinen Umsatz hatten.

Was ist mit Unternehmen, die im letzten November noch gar nicht existierten?
Bei antragsberechtigten Unternehmen, die nach dem 31. Oktober 2019 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben, kann als Vergleichsumsatz der durchschnittliche Wochenumsatz im Oktober 2020 oder der durchschnittliche Wochenumsatz seit Gründung gewählt werden.

Wie hoch kann die Novemberhilfe im Einzelfall sein?
Die Novemberhilfe wird bis zu einer Obergrenze von 1 Millionen Euro gewährt, soweit der bestehende beihilferechtliche Spielraum des Unternehmens das zulässt (Kleinbeihilfenregelung der EU). Zuschüsse über 1 Millionen Euro bedürfen für die Novemberhilfe Plus noch der Notifizierung und Genehmigung der EU-Kommission. Die Bundesregierung ist derzeit in intensiven Gesprächen mit der Europäischen Kommission, um eine solche Genehmigung für höhere Zuschüsse zu erreichen.

Werden andere staatliche Leistungen für den Förderzeitraum angerechnet?
Ja. Andere staatliche Leistungen, wie z. B. die Überbrückungshilfe oder das Kurzarbeitergeld werden auf die Novemberhilfe angerechnet. Reine Liquiditätshilfen, wie zum Beispiel rückzahlbare KfW-Kredite, werden nicht angerechnet.

Können Unternehmen Umsätze, die sie trotz Schließung machen, behalten?
Wir wollen Unternehmen bei der Umstellung ihrer Geschäftsmodelle unterstützen. Viele Unternehmen zeigen in der Krise Ideenreichtum und Flexibilität. Zum Beispiel stellen Gaststätten und Restaurants auf Lieferdienste und Außerhausverkauf um. Wir wollen, dass sich diese Mühen auszahlen. Deshalb sollen Unternehmen die Umsätze, die sie trotz Schließungsanordnung im November erzielen, möglichst behalten.
Daher gilt grundsätzlich, dass Umsätze, die im November 2020 trotz der grundsätzlichen Schließung gemacht werden, bis zu einer Höhe von 25 Prozent des Vergleichsumsatzes im November 2019 nicht angerechnet werden. Um eine Überförderung von mehr als 100 Prozent des Vergleichsumsatzes zu vermeiden, erfolgt bei darüber hinausgehenden Umsätzen eine entsprechende Anrechnung.
Für Restaurants gilt eine Sonderregelung, wenn sie Speisen im Außer-Haus-Verkauf anbieten. Hier wird die Umsatzerstattung auf 75 Prozent der Umsätze im Vergleichszeit-raum 2019 auf diejenigen Umsätze begrenzt, die damals dem vollen Mehrwertsteuersatz unterlagen, also die im Restaurant verzehrten Speisen und entsprechenden Getränke. Damit werden die Umsätze des Außerhausverkaufs – für die der reduzierte Mehrwertsteuersatz gilt – herausgerechnet. Im Gegenzug werden diese Umsätze des Außerhaus-Verkaufs während der Schließungen von der Umsatzanrechnung ausgenommen, um eine Ausweitung dieses Geschäfts zu begünstigen.
Beispiel: Eine Pizzeria hatte im November 2019 8000 Euro Umsatz durch Verzehr im Restaurant und 2000 Euro durch Außerhausverkauf. Sie erhält daher 6000 Euro Novemberhilfe (75 Prozent von 8000 Euro), d. h. zunächst etwas weniger als andere Branchen (75 Prozent des Vergleichsumsatzes). Dafür kann die Pizzeria im November 2020 deutlich mehr als die allgemein zulässigen 2500 Euro (25 Prozent von 10.000 Euro) an Umsatz mit Lieferdiensten erzielen, ohne dass eine Kürzung der Förderung erfolgt.

Wie werden die Novemberhilfen beantragt?
Die Antragstellung erfolgt elektronisch durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte über die Überbrückungshilfe-Plattform (www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de). Diese Form der Beantragung soll Missbrauch vermeiden. Gleichzeitig soll sie aber auch möglichst einfach sein.Soloselbständige sollen bis zu einem Förderhöchstsatz von 5000 Euro direkt antragsberechtigt sein, also ohne die Einschaltung von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, vereidigten Buchprüfern oder Rechtsanwälten.

Wie werden die Novemberhilfen ausbezahlt?
Die Auszahlung wird voraussichtlich über die durch die Überbrückungshilfe bekannten Wege durch die Länder erfolgen.

Ab wann können die Novemberhilfen beantragt werden?
Derzeit erfolgt die nötige Programmierung des Antragsformulars durch den IT-Dienstleister des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Welches Volumen werden die Novemberhilfen insgesamt haben?
Die außerordentliche Wirtschaftshilfe wird ein Finanzvolumen von voraussichtlich ca. 10 Milliarden Euro haben.

Wie geht es jetzt weiter?
Wir werden auch die übrigen Corona-Hilfen für die hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche verlängern und die Konditionen verbessern. Denn es ist zu erwarten, dass einige Wirtschaftsbereiche auch in den kommenden Monaten erhebliche Einschränkungen ihres Geschäftsbetriebes hinnehmen müssen. Dies betrifft z. B. den Bereich der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft und die Soloselbständigen. Dazu wird u. a. das bestehende Instrument der Überbrückungshilfe weiterentwickelt (Überbrückungshilfe III).
Außerdem steht der KfW-Schnellkredit nun auch für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten zur Verfügung. Die maximale Kredithöhe beträgt 300.000 Euro, abhängig vom im Jahre 2019 erzielten Umsatz.

Quelle:
www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-11-05-faq-ausserordentliche-wirtschaftshilfe.html

Corona: Veranstaltungswirtschaft fordert Korrekturen des Regierungsbeschlusses

Die maßgeblichen Verbände der Veranstaltungswirtschaft begrüßen den von der Bundesregierung angekündigten Beschluss zur Entschädigung finanzieller Ausfälle aufgrund der bevorstehenden Unternehmensschließungen zur Bekämpfung der SARS-CoV-2-Pandemie. Die bisherige Fassung sei allerdings weitgehend missverständlich und greife zu kurz. Die Effizienz des Beschlusses hänge daher von dessen konkreter Ausgestaltung ab. Auch über die von der Veranstaltungsbranche geforderten Sonderhilfen zur Bewältigung der milliardenschweren bereits eingetretenen und noch zu erwartenden Schäden müsse nun schnell entschieden werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Aktionsbündnisses #AlamstufeRot.

 

Der angekündigte Erstattungsbetrag von bis zu 75% des entsprechenden Umsatzes des Vorjahresmonats bzw. der Obergrenze der einschlägigen beihilferechtlichen Vorgaben sei ein erster Schritt. Der Beschluss zeige, dass die Politik die existentielle Not des Wirtschaftszweiges „endlich erkannt“ habe. Damit diese Hilfe jedoch tatsächlich dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird, bedürfe es einer umsichtigen und praxisorientierten Ausgestaltung des Hilfeprogramms. Dazu hatten die Wirtschaftsverbände in einer Stellungnahme an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesfinanzminister Olaf Scholz bereits detaillierte Vorschläge unterbreitet. Vor allem bedürfe es nun dringend der seit Beginn der Corona-Krise geforderten Sonderhilfe für die Veranstaltungsbranche.

 

Die aktuellen Lockdown-Maßnahmen verlangten sowohl der Gesellschaft als auch der Wirtschaft erhebliche Opfer ab, so das Aktionsbündnis weiter. Aus Sicht der Veranstaltungswirtschaft sei es zwar verständlich, dass Bund und Länder durch die schnell steigende Zahl der Infizierten in Deutschland und die teilweise dramatische Lage in den Nachbarländern einem enormen Handlungsdruck unterliegen. Allerdings sei nicht ohne weiteres nachvollziehbar, wieso vor allem der Freizeit- und Unterhaltungsbereich „derart umfassend in der Berufsausübung beschränkt“ werde. Dies sei umso unverständlicher, da zahlreiche Unternehmen bereits professionelle - zum Teil überobligatorische - Hygienekonzepte entwickelt und seit Monaten umgesetzt hätten. Auf dieser Grundlage seien auch Veranstaltungen geplant und Investitionen getätigt und zumindest im Rahmen des Machbaren Anstrengungen unternommen worden, um ein kleines Stück aus der Krise herauszukommen. Es stelle sich daher die Frage, ob mit dem aktuellen Lockdown ein „derartig pauschaler ‘Rundumschlag’“ vor allem im Freizeitbereich ohne ein Abstellen auf bereits vorhandene Infektionsschutzmaßnahmen tatsächlich erforderlich war. Es müsse damit gerechnet werden, dass viele Unternehmen die Maßnahmen rechtlich auf ihre Angemessenheit überprüfen lassen.

 

Für die Unternehmen der Veranstaltungsbranche werde die aktuelle Situation laut #AlamstufeRot noch dadurch erschwert, dass eine Umsetzung der Maßnahmenempfehlungen durch die Länder noch nicht erfolgt ist. Rechtlich bindende Verordnungen der einzelnen Bundesländer lägen noch nicht vor. Aufgrund des Föderalismus werde die Veranstaltungswirtschaft damit rechnen müssen, dass die Länder Abweichungen zur Empfehlung des Bundes beschließen und „damit jegliche bundesweite Veranstaltungsplanung unmöglich“ werde.

 

Die Hauptforderung der Veranstaltungswirtschaft besteht weiterhin darin, dass die Bundesregierung vollumfänglich das geforderte branchenspezifische Sonderhilfeprogramm umsetzt. Nur so könnten tausende Unternehmen und Solo-Selbständige vor dem endgültigen wirtschaftlichen Kollaps gerettet werden. Das von den Berufsverbänden des Wirtschaftszweigs - BDKV, BSM, BVD, EVVC, FAMAB, ISDV, LiveKomm und VPLT - erarbeitete Programm liege der Regierung vor. Auf eine zugesagte Antwort warteten die Verbände allerdings seit längerem.

 

Der aktuelle Beschluss zur Entschädigung finanzieller Ausfälle im November bedürfe zur Wahrung der Interessen der Veranstaltungswirtschaft notwendiger Korrekturen. Ohne einen differenzierten Blick auf die sehr heterogene Branche sowie klarere Definitionen der Bezugsberechtigten würden die Hilfen nicht zielgerichtet greifen und nicht dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden. Die Verbände des Wirtschaftszweigs haben der Politik angeboten, ihre Expertise und ihre Branchenkenntnis bei der Definition der begünstigten Wirtschaftsbereiche in Anspruch zu nehmen.

 

www.alarmstuferot.org

 

Corona: Offener Brief des Aktionsbündnis Darstellende Künste

Gemeinsame Erklärung der Tanz- und Theaterlandschaft bundesweit anlässlich der Schließungen im November 2020:

 

„Die erneute Schließung sämtlicher Kultur- und Theaterbetriebe im November 2020 bringt bundesweit die Kulturlandschaft und damit viele der darin arbeitenden Menschen in existentielle Not. Wir sind uns der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung bewusst, die der Versuch der Eindämmung von SARS-CoV-2 bedeutet.

 

Theater ist eine soziale Kunstform. Wir - feste und freie Schauspieler*innen, Performer*innen, Sänger*innen, Tänzer*innen, Musiker*innen, Regisseur*innen, Bühnen- und Kostümbildner*innen, Dramaturg*innen und Autor*innen, Choreograf*innen und Dirigent*innen, Videokünstler*innen, Komponist*innen und viele mehr - leben von der Kunst, die wir für unser Publikum betreiben. Damit tragen wir maßgeblich zur kulturellen und künstlerischen Bildung der Gesellschaft bei. Durch unsere atypischen Beschäftigungsverhältnisse und die seit jeher geringen Honorare und Gagen konnte die Mehrheit der Künstler*innen und Kulturschaffenden keine Rücklagen bilden. Ihnen droht das Aus.

 

Deshalb fordert das Aktionsbündnis Darstellende Künste:

1) Unternehmer*innenlohn in den Bundeszuschüssen für alle Solo-Selbständigen. Mit Unsicherheiten und Leerstellen müssen momentan beinahe alle kämpfen, für viele Freiberufler*innen und Solo-Selbständige geht es dabei aber um die nackte Existenz. Durch die Regelungen zur Kurzarbeit wird versucht, die Angestellten bundesweit nicht in die Arbeitslosigkeit zu entlassen - es muss nun endlich auch für alle Selbstständigen eine entsprechende Regelung auf Bundesebene gefunden werden.

2) Faire Ausfallhonorare für Produktionsteams und freie Künstler*innen. Trotz unterzeichneter Verträge erhalten Tanz- und Theaterschaffende nun erneut Absagen, keine oder nur geringfügige Gagenfortzahlungen oder sogar Kündigungen. Auch viele Theater in öffentlicher Trägerschaft oder Privattheater mit öffentlicher Förderung meinen, keine Gehälter und Honorare für abgesagte oder verschobene Produktionen oder Vorstellungen zahlen zu dürfen. Fairness und Solidarität mit den Künstler*innen hängen dabei vor allem an den jeweiligen öffentlichen Trägern und Zuwendungsgebern. Was die freischaffenden Künstler*innen und Kulturschaffenden brauchen, sind faire Ausfallhonorare aus bestehenden Verträgen.

3) Solidarischer Umgang mit freien Gruppen und internationalen Compagnien bei Gastspielen/Festivals. Im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie werden auch Gastspiele von Gruppen der Freien Szene sowie von europäischen oder internationalen Compagnien abgesagt. Durch den Zusammenbruch der internationalen Kooperationen und nahezu aller Touring-Möglichkeiten weltweit, verbunden mit oftmals schwacher lokaler Kulturförderung droht hier der vollständige und irreversible Zusammenbruch dieser Strukturen. Öffentlich finanzierte Theater/Festivals müssen auch für abgesagte Gastspiele und Festivaleinladungen Ausfallhonorare zahlen können. Kulturelle überregionale und internationale Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Anker der gesellschaftlichen Verständigung und muss gerade in der aktuellen Zeit durch Sonderprogramme unterstützt werden.

 

Die langfristigen Folgen der Corona-Krise sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Die ersten kommunalen Haushalte haben bereits Sparvorgaben erlassen. Theater, die sozial, global solidarisch und fair handeln (wollen), brauchen Unterstützung, vor allem finanziell, aber - wenn nötig - auch durch klare politische Vorgaben. Für die Wirtschaft wird es weitere Konjunkturprogramme geben. Das wird es auch für die Kultur brauchen.“

 

Das Aktionsbündnis Darstellende Künste ist ein Zusammenschluss aus folgenden Verbänden: Art but fair, Bund der Szenografen, Bundesverband Freie Darstellende Künste, Dachverband Tanz Deutschland, Dramaturgische Gesellschaft, Dramaturgie-Netzwerk, Ensemble-Netzwerk, GDBA, Netzwerk Flausen+, Pro Quote Bühne, Regie-Netzwerk, Ständige Konferenz Schauspielausbildung und Verband für Theaterautor*innen. Das Aktionsbündnis versteht sich als offene Diskussions- und Kommunikationsplattform. An den regelmäßigen Arbeitstreffen nehmen gelegentlich auch der Deutsche Bühnenverein, die Allianz der Freien Künste und der Fonds Darstellende Künste teil.

 

www.buehnengenossenschaft.de

 

Corona: Forum Musikwirtschaft begrüßt außerordentliche Wirtschaftshilfe, fordert aber Nachbesserungen

Das Forum Musikwirtschaft begrüßt die angekündigte außerordentliche Wirtschaftshilfe zur Entschädigung finanzieller Ausfälle aufgrund von Unternehmensschließungen zur Bekämpfung der SARS-CoV-2-Pandemie. Bei dem „durchaus beachtlichen Entschädigungsbeschluss“ fielen jedoch zahlreiche Unternehmen der Musikwirtschaft sowie Künstler und Urheber durch das Hilfe-Raster. Das Forum erwarte daher, dass durch die Ausgestaltung des Beschlusses sichergestellt wird, dass alle Unternehmen, die durch den neuen Lockdown unmittelbar oder auch nur mittelbar betroffen sind, ebenfalls durch den Beschluss begünstigt werden.

 

Es sei erfreulich, dass die Politik die existentielle Not der durch die Corona-Krise besonders betroffenen Wirtschaftszweige erkannt hat und zur Kompensation der durch den aktuellen Lockdown entstehenden Einnahmeverluste eine Entschädigung anbietet. Der angekündigte Erstattungsbetrag von bis zu 75 Prozent des entsprechenden Umsatzes des Vorjahresmonats bzw. der Obergrenze der einschlägigen beihilferechtlichen Vorgaben sei „durchaus großzügig“.

 

Der aktuelle Beschluss zur Entschädigung finanzieller Ausfälle im November bedürfe notwendiger Korrekturen. Alle Bereiche der Musikwirtschaft seien wirtschaftlich sehr eng verzahnt und voneinander abhängig. Fänden beispielsweise keine Konzerte statt, hätten auch die Künstler keine Gagen. Wo nichts aufgeführt und abgespielt werde - Konzerte nicht stattfinden und Bars sowie Clubs geschlossen sind - könne auch nichts für die Verwertung der Werke eingenommen und an die Urheber und Musikverlage ausgeschüttet werden. Auch der Bereich der klassischen, der sogenannten E-Musik, werde erneut hart getroffen: Die Schließung von Konzerthäusern, Opern, Theatern und anderen Bühnen bringe einen erneuten Ausfall von Honoraren, Provisionen, Mietmaterialgebühren und sonstigen Einnahmen für zeitgenössische Autoren und klassische Musikverlage sowie Künstlervermittler mit sich. Im Umfeld der Konzerte würden keine Merchandising-Produkte verkauft und Veröffentlichungsstrategien für neue Aufnahmen inklusive der in diesem Umfeld aufgewandten Produktions- und Werbemittel negativ beeinflusst. Diese gegenseitige Abhängigkeit aller Sektoren der Musikwirtschaft veranschauliche die auch mittelbaren Auswirkungen von Lockdown-Maßnahmen auf Unternehmen und Unternehmer, deren Geschäftstätigkeit nicht unmittelbar von den Maßnahmen betroffen ist.

 

Das Forum Musikwirtschaft fordert daher: die Anerkennung eines fiktiven Unternehmerlohns in Höhe von 2.500 Euro (der Begriff „Soloselbstständige“ müsse dabei in „Selbstständige Einzelunternehmer und Personengesellschaften“ verändert werden); dass die Entschädigung tatsächlich allen auch nur mittelbar von den aktuellen Maßnahmen betroffenen Unternehmen gewährt werden (dazu zählten neben den Veranstaltern Künstler, Musikautoren, Labels,  Musikverleger, Künstlervermittler, Hersteller, Vertriebe und der Fachhandel von Musikinstrumenten und Musikequipment sowie von dem Wirtschaftszweig abhängige Dienstleistungs- und Zulieferbetriebe); alternativ als Berechnungsgrundlage für die Höhe der Entschädigung den durchschnittlichen Jahresumsatz zugrunde zu legen (die Berechnung möglicher Hilfen, rein auf Basis des Novembers 2019 als Vergleichsmonat, werde den Tätigkeitsstrukturen der Musikwirtschaft nicht gerecht - insbesondere die Unternehmen der Musikwirtschaft unterlägen häufig erheblichen temporären/saisonalen Einnahmeschwankungen, sodass sich konkrete Zeiträume nicht vergleichen ließen).

 

Corona: Initiative Musik verschickt erste Förderzusagen für Musikclubs, Livemusik-Veranstaltungen und Musikfestivals

Corona: Initiative Musik verschickt erste Förderzusagen für Musikclubs, Livemusik-Veranstaltungen und Musikfestivals
Corona: Initiative Musik verschickt erste Förderzusagen für Musikclubs, Livemusik-Veranstaltungen und Musikfestivals

Mit Neustart Kultur hat die Bundesregierung ein Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich aufgelegt. Gefördert werden pandemiebedingt unter anderem Projekte verschiedener Kultursparten.

 

Die Fördermittel des Neustart-Kultur-Teilprogramms „Erhalt und Stärkung der Musikinfrastruktur in Deutschland (Musikclubs)“ sind bereits vor dem Antragsschluss am 31. Oktober 2020 komplett beantragt. Bei der Initiative Musik seien aus dem gesamten Bundesgebiet bereits 440 Anträge eingegangen. Die ersten knapp siebzig Bewilligungen für eine Förderung wurden schon erteilt. Bis Ende November sollen möglichst viele Musikclubs eine Zusage erhalten, bis die zur Verfügung stehenden Mittel komplett ausgeschöpft sind. 

 

„Die Resonanz der Musikclubbetreiberinnen und -betreiber war erwartungsgemäß hoch“, sagt Ina Keßler (Foto), Geschäftsführerin der Initiative Musik. „Wir wissen, wie wichtig dieses Programm in diesen außerordentlich schwierigen Zeiten für die Branche ist. Die über 400 Anträge werden aktuell geprüft und die Fördermittel so schnell wie möglich ausgereicht, damit die Clubs weiter Musikprogramme planen und realisieren können.“

 

Für dieses Teilprogramm von Neustart Kultur stellt die Bundesregierung insgesamt 27 Millionen Euro zur Verfügung. Die Musikclubs erhalten finanzielle Unterstützung, um unter den aufgrund der Pandemie veränderten Bedingungen sichere wie kulturell wertvolle Musikveranstaltungen planen und verwirklichen zu können. Die Fördersumme beträgt dabei bis zu neunzig Prozent der Gesamtausgaben und maximal 150.000 Euro.

 

Das Antragsverfahren für das Teilprogramm für Festivals und Livemusik-Veranstalter(innen) wird derweil verlängert. Der neue Antragsschluss ist nun der 30. November 2020. Antragsberechtigt sind Veranstalter(innen) von Festivals und örtlich gebundenen Livemusikveranstaltungen sowie Tourneeveranstalter(innen), sofern sie die Hauptverantwortung und das wirtschaftliche Risiko für ihren Leistungsanteil tragen. Für dieses Teilprogramm von Neustart Kultur stehen insgesamt achtzig Millionen Euro zur Verfügung, die noch nicht komplett ausgeschöpft sind.

 

Die Fördermittel können als Zuschüsse sowohl für die Durchführung von Musikveranstaltungen und Musikfestivals als auch für deren Planung bis einschließlich 2022 genutzt werden. Die Höhe der maximalen Förderung ist unter anderem von der Antragskategorie abhängig. Die Einordnung erfolgt dabei anhand der Anzahl der Konzerte, der verkauften Tickets und der Umsätze der Jahre 2017 bis 2019.

 

(Foto: Stefan Wieland)

 

www.initiative-musik.de

 

Corona: Einstufung von Messen als Freizeiteinrichtungen laut AUMA „unverständlich“

Messen in Deutschland sollen ab Anfang November für vier Wochen geschlossen werden. Dies haben am 28. Oktober 2020 die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Bundesländer neben vielen anderen Maßnahmen vereinbart, um die starke Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

 

„Die deutsche Messewirtschaft respektiert grundsätzlich, dass viele Branchen dazu beitragen müssen“, betont Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des AUMA - Verband der deutschen Messewirtschaft, zwar. Der im September 2020 begonnene Neustart der Messewirtschaft, von dem viele Branchen profitieren, werde dadurch aber unterbrochen und erheblich verzögert, weit über den geplanten Stillstand von vier Wochen hinaus.

 

Von Seiten der Aussteller drohe laut AUMA ein Verlust an Vertrauen in die Planbarkeit von Messebeteiligungen, aber auch in die Entscheidungen der Politik. Denn es sei sehr irritierend, dass Messen als einzige Business-orientierte Events betroffen sind. Unverständlich sei insbesondere, dass Messegelände als Freizeit-orientierte Einrichtungen bezeichnet würden. Ein Großteil der Messen seien Business-to-Business-Veranstaltungen, und auch Publikumsmessen dienten in erster Linie dem Verkauf und der Kundeninformation.

 

Der AUMA erwarte, dass Messen kurzfristig wieder aus dem Zusammenhang mit Freizeit-orientierten Einrichtungen und Veranstaltungen herausgenommen werden, spätestens bei der Überprüfung der aktuellen Beschlüsse Mitte November. „Die deutsche Messewirtschaft braucht dringend Planungssicherheit, auch damit ihre internationale Bedeutung nicht beschädigt wird. Eine Gleichstellung von Messen mit dem Groß- und Einzelhandel ist mehr als berechtigt. Beides findet in ähnlich strukturierten Räumen statt und hat weitgehend identische Funktionen“, so Holtmeier.

 

www.auma.de

 

Ben Sheppee of Observatory creates ‘Drawdown’ for Collusion

Visual artist Ben Sheppee, innovator in immersive light-based environments and founder of visual design studio Observatory, is the latest artist to be commissioned by Collusion to create a major new site-specific artwork which is on free display for one month this autumn.

 

‘Drawdown’, which is running from 25 October to 24 November, is Sheppee’s first major installation in King’s Lynn, UK, and will consist of a series of five large-scale building projections. Each will explore how the effects of climate change can be reversed.

 

Supported by partners including Arts Council England and the Borough Council of King’s Lynn and West Norfolk, ‘Drawdown’ will feature projections on the following King’s Lynn buildings: The Custom House, Greyfriars Tower, King’s Lynn Minster, St Nicolas’ Chapel and Tuesday Market Place.

 

The project is the first of four climate-related artworks that Collusion will be delivering between October 2020 and May 2022 as part of the ‘Game On’ series which aims to establish King’s Lynn as a national centre of excellence for cultural innovation in interactive, town-scale projection-based artworks, created by a networked digital cluster of specialist creative companies.

 

(Photos: Matthew Usher Photography)

 

www.collusion.org.uk

www.observatory.london

 

Corona: Initiative „Pro Event“ stellt Aktionsplan vor

Corona: Initiative „Pro Event“ stellt Aktionsplan vor
Corona: Initiative „Pro Event“ stellt Aktionsplan vor

Auf dem Center Court eines ATP-Tennisturniers in der Kölner Lanxess Arena ist am vergangenen Freitag die Initiative „Pro Event“ der Öffentlichkeit vorgestellt worden. „Um uns aus der Schockstarre zu lösen, in der sich die Veranstaltungsindustrie wegen Corona derzeit befindet, müssen wir alle gemeinsam - Sport, Kultur, Politik und Zivilgesellschaft - einen Weg finden, um trotz allem und natürlich immer mit den notwendigen Hygiene- und Schutzkonzepten Veranstaltungen mit Publikum zuzulassen“, begründete Initiator Edwin Weindorfer, Veranstalter des Turniers und Geschäftsführender Gesellschafter der E-Motion Group, die Lancierung der Initiative.

 

„Mit der Politik sind konkrete Wege und Maßnahmen zu diskutieren, die es erlauben, dass so viele Beteiligte wie möglich der Event-Branche in der DACH-Region kurzfristig finanziell überleben und mittelfristig eine faire Chance erhalten, aus den Covid-Trümmern schrittweise ihre Existenz nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten wieder aufzubauen“, definierte Weindorfer das Ziel von „Pro Event“.

 

Der vorgestellte Aktionsplan „Die Zukunft der Event-Branche in DACH sichern“ beinhaltet drei Schritte: den freien Fall zu stoppen; eine Stabilisierung zu schaffen; und einen schrittweisen Aufbau zu ermöglichen. Um diese Schritte anzugehen, gibt die „Pro Event“-Task-Force folgende Aktionspunkte vor: temporäre finanzielle Unterstützung der kommerziellen Event-Branche; Verlässlichkeit der Politik: Professionalität und Verantwortungsbewusstsein in der Event-Branche unterstützen; wirtschaftliche Planungssicherheit für die Event-Branche gewährleisten.

 

Der Geschäftsführer der Lanxess Arena, Stefan Löcher, schilderte seine derzeitige Gefühlslage mit den Worten: „Uns ist ab März der Umsatz zum Vorjahr um 97 Prozent eingebrochen, und obwohl wir uns an alle Hygienerichtlinien halten, ändern sich praktisch täglich die durch die Politik vorgegeben Regeln, beispielsweise in puncto bewilligter Zuschauerzahlen. Da macht sich natürlich eine gewisse Machtlosigkeit breit. Zumal wir uns eher als Teil der Lösung anstatt des Problems sehen. Deswegen unterstützen wir auch diese Initiative, weil wir uns unbedingt in der Politik mehr Gehör verschaffen möchten.“

 

„Wir wollen die Kultur im deutschsprachigen Raum behalten. Wir produzieren hier Emotionen für deutsche Wohnzimmer. Wollen wir die Kultur verlieren? Wollen wir den Spitzensport hier in Europa verlieren? Wir können uns überlegen, ob wir zukünftig den chinesischen Sport, die chinesische Kultur importieren müssen. Wir brauchen eine neue Normalität. Menschen brauchen Emotionen. Es gibt ein Recht auf Emotionen. Und wir müssen sie hier produzieren, die Emotionen. Mit deutschsprachigen Künstlern, mit Sängern, mit Schauspielern, mit Spitzensportlern. Und gerade ältere Menschen dürfen nicht in der Isolation verharren. Wir müssen sie da heraus und in unsere Stadien holen. Nutzen wir diese Schutzräume in der schweren Pandemie!“, appellierte Adam Szpyt, Gründer und CEO des Turnier-Sponsors Bett1 sowie Mitinitiator von „Pro Event“.

 

Barbara Rittner, Bundestrainern des Deutschen Tennisbundes, Turnierdirektorin und Mitglied der „Pro Event“-Task-Force, pflichtete Szpyt bei: „Ich habe meine achtzigjährige Mutter zu Beginn der Woche hier zum Turnier eingeladen, denn hier ist sie absolut sicher. Viel, viel sicherer als in der Straßenbahn oder im Supermarkt. Die Luft in der Halle wird beispielsweise stündlich zu 100 Prozent ausgetauscht. Man muss Verantwortung übernehmen und Statements abgeben.“

 

Musiker und Konzert-Booker Michael Herberger gehört ebenfalls der „Pro Event“-Task-Force an. „Die Event-Branche erwartet keine Sonderstellung, aber Anerkennung und Fairness. Wir brauchen Verlässlichkeit und Planbarkeit, damit wir einen Rahmen haben, in dem wir uns bewegen können“, sagte er. Zahlreiche weitere Persönlichkeiten haben mit Video-Botschaften ihre Unterstützung zur Initiative „Pro Event“ bekundet, darunter Alfons Hörmann, Ariane Hingst, Philipp Walter, Stephanie Graf, Mark Keller, Tommy Haas, Richy Müller und Franziska van Almsick.

 

Vorsichtig optimistisch wurden von den „Pro Event“-Initianten die Aussagen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier zur Kenntnis genommen, der diese Woche folgendes sagte: „Es gibt Branchen, denen es richtig schlecht geht, diesen Menschen müssen wir helfen, dies sind (...) Konzert-Veranstalter und Event-Veranstalter. Denen werden wir helfen, die lassen wir nicht im Stich.“ Neben dem Aufbau einer Lobbying-Organisation mit Vertretern der Event-Branche, entlang der gesamten Wertschöpfungskette, möchte „Pro Event“ beginnen, eine digitale Konferenzserie zu veranstalten, um sich untereinander zu vernetzen und regelmäßig Erfahrungen und Best-Practice-Beispiele auszutauschen.

 

 

(Fotos: Pro Event/Paul Zimmer)

 

Corona: DEAplus stellt für 2020 komplett auf Live-Online-Weiterbildung um

Um Interessierten und Teilnehmenden Planungssicherheit beim Weiterbilden zu geben, hat die Deutsche Event Akademie (DEA) alle in diesem Jahr noch stattfindenden Seminare, Workshops und Fortbildungsblöcke auf das interaktive Live-Online-Format MS Teams umgestellt.

 

Bereits begonnene Fortbildungen werden somit ohne Änderung des Ablaufes möglich. Die von vielen Berufstätigen in der Veranstaltungsbranche bewusst genutzte Phase der Kurzarbeit und der herausfordernden Auftragsflaute ermöglicht das Erarbeiten neuer Kompetenzen. Inzwischen werden Live-Online-Schulungen von immer mehr Unternehmen und Institutionen genutzt.

 

Bestandteil der mithilfe von MS Teams durchgeführten Seminartage sind unter anderem Teamaufgaben, Dialog- und Chat-Aktionen, mit denen die Teilnehmenden praxisnah, im direkten kollegialen Austausch und auch außerhalb der Seminarzeiten arbeiten. Unter www.deaplus.org/2020 ist das Programm der in diesem Jahr noch geplanten Weiterbildungs-Angebote bei DEAplus einzusehen.

 

www.deaplus.org

 

Corona: Neue Degefest-TrendAnalyse veröffentlicht

Corona: Neue Degefest-TrendAnalyse veröffentlicht

Die Covid-19-Pandemie hat das gesamte Leben weltweit auf den Kopf gestellt. Eine der besonders betroffenen Branchen ist die Veranstaltungswirtschaft. Zu den Auswirkungen der Pandemie hat der Degefest Verband der Kongress- und Seminarwirtschaft e.V. eine aktuelle Studie initiiert und Mitglieder aus den eigenen Reihen, die Veranstaltungshäuser leiten, befragt. Erstellt wurde die Studie „Degefest-TrendAnalyse - Restart 2020/21: Via Best Practice aus der Krise“ durch Prof. Dr. Jerzy Jaworski von der Fakultät für International Business an der Hochschule Heilbronn.

 

Die im Degefest-Verband organisierten Tagungsstätten - Kongress- und Veranstaltungszentren, Bildungszentren sowie Häuser der Tagungshotellerie - stellen rund 85 Prozent der Mitglieder. Deren Umgang mit bzw. Erfahrungen aus der Pandemie sowie die Einschätzungen zur Zukunft stehen im Fokus der Studie. Ganz oben rangiert hierbei die Frage, wie Kunden für die Präsenzveranstaltung vor Ort gewonnen werden können, wenn im Zuge der Pandemie reine Online-Veranstaltungen das originäre Kerngeschäft der Veranstaltungshäuser bedrohen.

 

Rund zwei Drittel der Befragten (66,7%) sehen Möglichkeiten besonders im Bereich neuer Veranstaltungsformate und hierbei vor allem bei partizipativen Formaten und Hybridveranstaltungen gegeben. Rund ein Drittel (33,9%) setzen auf verstärkte Akquisitionsbemühungen. Bei einem Viertel (25,9%) dominiert der Optimismus, dass Präsenzveranstaltungen „schon bald“ wieder zunehmen werden - sei es aus sozialen Gründen oder dass geschlossene Veranstaltungen hinzukämen.

 

Eine große Mehrheit der Antworten (38 von 54) geht davon aus, dass das Veranstaltungsangebot in Zukunft differenzierter gestaltet werden muss. Differenzierungsmerkmale seien etwa das wirtschaftliche Potential von Kunden, Hygienekonzepte oder auch die stärkere Konzentrierung auf lokale Firmen und Verbände. Als Dienstleistungen würden die technische Übertragung in mehrere Räume (Streaming) sowie Reinigungs- und Sicherheitsdienste die größte Zunahme erfahren. Jeder Dritte merkt allerdings an, dass die Kunden für erhöhten Hygieneaufwand keine höheren Rechnungen bezahlen wollten.

 

Auch im Bereich der Gastronomie entstünden große Herausforderungen, da gastronomische Erlöse einen wichtigen wirtschaftlichen Beitragsfaktor im Veranstaltungshaus darstellen. Portioniertes Essen, mehr Platzbedarf/Abstand und weniger Exklusivität werden als mögliche nachhaltige Veränderungen genannt. Außerdem das Aus für große Bankettveranstaltungen; Buffets und Selbstbedienung werden in Frage gestellt. Schrumpfen werde demzufolge auch die Nachfrage nach Rahmen- und Begleitprogrammen, Teambuilding- und Incentive-Angeboten sowie Barbetrieb.

 

Dennoch lebt die Branche von persönlichen Treffen auf Präsenzveranstaltungen, auf die der Betrieb von Tagungs- und Veranstaltungsstätten wirtschaftlich ausgerichtet ist. Als Alternative bieten sich hybride Tools an. Wie wird die Veranstaltungswirtschaft künftig damit umgehen? Die Befragten der Degefest-Studie haben etliche positive, aber auch negative Auswirkungen aufgrund der vermehrten Anzahl der hybriden Veranstaltungen erkannt. Positiv etwa seien: Die Erweiterung der Teilnehmerkreise über die Raum- bzw. Bestuhlungskapazitäten hinaus; die Generierung weiterer Umsätze durch das Anbieten von zusätzlichen IT-Leistungen; eine schnellere Amortisierung von Investitionen in die Kommunikationstechnik; die Intensivierung der (Stamm-)Kundenkontakte. Veranstaltungen, die unter Umständen abgesagt werden müssen, könnten - zumindest online - stattfinden, mit dadurch niedrigeren Personal- und Reinigungskosten. Außerdem ließen sich bestimmte Formate, wie zum Beispiel Hauptversammlungen, nach aktuellem Recht weiterhin hybrid realisieren. Auch die Raumbelegung gestalte sich in der Terminierung nun flexibler.

 

Dem stehen Umsatzverluste im Vermietgeschäft durch geringere Teilnehmerzahlen mit parallelem Rückgang der Einnahmen im F&B-Bereich gegenüber. Umgekehrt erhöhe sich der finanzielle und technische Aufwand erheblich, da neue Prozessabläufe erst gelernt werden müssten (etwa durch Mitarbeiterschulungen) und hohe Investitions- und Betreuungskosten in der IT-Technik entstünden. Aus dem besonderen Risiko des Technikversagens entstehe unter Umständen eine Abhängigkeit von externen Dienstleistern. Betriebswirtschaftliche Anspannung ergebe sich bei hybriden Veranstaltungen auch durch zusätzliche Kosten, die auf Seiten der Häuser notwendig, gegenüber den Kunden aber schwer zu verkaufen seien. Bei einer Verdrängung der Präsenzveranstaltung drohten der Verlust der persönlichen Kundenkontakte (Face to face) und von Arbeitsplätzen sowie im schlechtesten Fall die Existenzberechtigung des Veranstaltungshauses. Die Gefahr, dass hybride Veranstaltungen künftig von rein digitalen Formaten verdrängt werden, beantworten die Befragten mit leichter Tendenz, dass dies nicht der Fall sein werde; 18,37 Prozent glauben an eine Renaissance der physischen Begegnungen.

 

Nur 16,3% der befragten Betreiber der Veranstaltungshäuser gaben an, dass ihre rein digitalen Veranstaltungen profitabel seien. Dennoch sehen viele die Notwendigkeit, dass ihr Haus in den Bereichen Technik, Internet-Übertragungsgeschwindigkeit und Fachwissen des Personals „aufrüsten“ muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Kunden werden im Hinblick auf den Hybrid-Tool-Einsatz oft noch als unerfahren angesehen, was einen intensiven Beratungs- und Betreuungsaufwand erfordere (48,1% der Antworten). Knapp 80 Prozent der Befragten melden einen starken Rückgang der Buchungen im 4. Quartal 2020 gegenüber dem Vergleichsquartal in 2019.

 

Dennoch habe sich die Situation insgesamt noch nicht signifikant negativ auf die Personalpolitik ausgewirkt. Zu den erwarteten Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Destination, in der sich das Veranstaltungshaus befindet, wird einhellig ein Rückgang der „Business Traveller“ und damit der Nachfrage nach Gastronomie und Catering erwartet. Die Attraktivität der jeweiligen Destination bleibe jedoch davon unberührt, da die Pandemie von den Standorten nicht selbst verschuldet wurde.

 

Die Daten zur Studie wurden im Rahmen einer Online-Befragung im Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte August 2020 erhoben. Befragt wurden Geschäftsführer oder Personen, die in leitenden Funktionen in deutschen Veranstaltungshäusern tätig sind und zugleich auch Mitglieder des Degefest sind. Prof. Dr. Jerzy Jaworski, der die Studie erstellt hat, ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Degefest und vertritt seit 1990 an der Hochschule Heilbronn die Bereiche MICE-Industrie und den damit verbundenen Geschäftstourismus in Forschung und Lehre.

 

www.degefest.de

 

Corona: DEAplus koordiniert EU-Projekt Ready4future

Mit dem Ziel, insbesondere die prekäre Lage selbstständiger Einzelunternehmen der Veranstaltungsbranche intensiv zu beleuchten, ist im Oktober das europäische Netzwerkprojekt Ready4future gestartet. Das Projekt ist auf die fachliche Qualifizierung und ergänzende Skills für Selbstständige und Ein-Personen-Unternehmen in der Messe- und Veranstaltungswirtschaft ausgerichtet.

 

Die Koordination des transnationalen Projektes liegt in den Händen der Deutschen Event Akademie. Das zunächst einjährige EU-Projekt wird durch das Programm Erasmus+ kofinanziert. Projektpartner sind Branchenvereinigungen, Hochschulen, Beratungsunternehmen und Bildungseinrichtungen aus Belgien, Deutschland, Liechtenstein, den Niederlanden und Österreich. Expertinnen und Experten aus der Berufsbildung sowie der unternehmerischen Praxis werden aktiv in den Projekt-Prozess eingebunden.

 

Eine wichtige Priorität der Kooperation liegt auf der Identifizierung der in Zukunft essenziellen Kompetenzen von Soloselbstständigen in der Veranstaltungsbranche, und wie diese - auch durch entsprechende Qualifizierung - gefördert und gestärkt werden können.

 

www.deaplus.org

 

Corona: Messen können weiter stattfinden

Auch nach den Beschlüssen von Bund und Ländern am 14. Oktober 2020 zur Eindämmung der Corona-Pandemie können Messen in Deutschland weiter durchgeführt werden. In den Gesprächen zwischen der Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Bundesländer wurde unter anderem vereinbart, dass die Teilnehmerzahl von Veranstaltungen in Regionen mit über 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner im Durchschnitt der letzten sieben Tage auf 100 begrenzt werden soll. Ausgenommen sind jedoch Veranstaltungen, für die ein mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmtes Hygienekonzept existiert.

 

Da für die in nächster Zeit geplanten Messen entsprechende Konzepte vorliegen, sind Messen von dieser Vereinbarung nicht betroffen, wie der AUMA - Verband der deutschen Messewirtschaft feststellt. Grundsätzlich gelten in den Bundesländern separate Vorgaben für Messen; zentrale Bestandteile sind unter anderem mit den zuständigen Behörden abgestimmte Hygienekonzepte. Nach der Vereinbarung von Bund und Ländern am 6. Mai 2020 liegt die Durchführung von Messen in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer mit entsprechenden Auflagen.

 

Der AUMA geht nach eigener Aussage davon aus, dass die Bundesländer diese Regelungen entsprechend fortführen. Denn alle seit dem Neustart im September durchgeführten Messen haben im Hinblick auf den Gesundheitsschutz der Teilnehmer ohne Beanstandungen durchgeführt werden können. Auch seien beim Treffen von Bund und Ländern keine Einschränkungen für andere Räumlichkeiten mit Geschäftszweck beschlossen worden, etwa für Einkaufszentren, Shopping Malls oder Warenhäuser, in denen die Abläufe mit denen in Messehallen vergleichbar sind.

 

www.auma.de

 

Neues Gesetz zur Nutzung von Lasern bei Shows in der Schweiz

Neues Gesetz zur Nutzung von Lasern bei Shows in der Schweiz

Laut einer Neuregelung ist ab Dezember 2020 für jede Durchführung einer Lasershow in der Schweiz ein(e) Bediener(in) mit Sachkunde erforderlich. Diese Sachkunde ist zweistufig definiert: in die Sachkundebestätigung nach V-NISSG und in den Sachkundenachweis nach V-NISSG.

 

Die Sachkundebestätigung kann durch den Besuch einer eintägigen Ausbildung und das Bestehen der Prüfung erworben werden. Sie befähigt zur Durchführung von Lasershows ohne Publikumsbestrahlung.

 

Der Sachkundenachweis kann durch den Besuch einer viertägigen Ausbildung und das Bestehen der Prüfung erworben werden. Er befähigt zur Durchführung von Lasershows ohne und mit Publikumsbestrahlung.

 

Befähigte mit Sachkundebestätigung können auch eine Lasershow mit Publikumsbestrahlung durchführen, wenn ein(e) Befähigte mit Sachkundenachweis diese vorbereitet und eingerichtet sowie den Inhaber oder die Inhaberin der Sachkundebestätigung unterwiesen hat.

 

Die Ausbildungen unterscheiden sich wesentlich von denen in anderen Ländern: Die Schweiz-spezifischen Regelungen fordern eine spezifische Ausbildung und Prüfung durch eine anerkannte Prüfungsstelle.

 

Die Laserworld (Switzerland) AG ist eine von derzeit zwei anerkannten Prüfungsstellen in der Schweiz für die Sachkundeausbildungen für Veranstaltungen mit Laserstrahlung nach V-NISSG. Die Anerkennung erfolgte durch das Bundesamt für Gesundheit, die Veröffentlichung durch eine Verordnung des Eidgenössischen Departement des Inneren.

 

Die Neuregelung hat weitreichende Auswirkungen auf die Veranstaltungswirtschaft, da nicht nur leistungsstarke, große Laseranlagen betroffen sind, sondern alle Geräte der Klassen 1M, 2M, 3R, 3B und 4. Das bedeutet, dass auch gängige DJ-Lichteffekte mit integriertem Lasereffekt unter die Regelung fallen können, deren Betrieb dann ohne Sachkunde ab Dezember 2020 verboten ist.

 

Für große Produktionen und Touring-Firmen ergeben sich weitere Erschwernisse: So ist es künftig nicht mehr erlaubt, dass entsprechend qualifizierte Cover-Up-Operators die Verantwortung übernehmen - die Person, die den Laser konkret bedient, muss über die entsprechende Sachkunde verfügen, mindestens über eine Ausbildung zur Sachkundebestätigung.

 

www.laserworld.com

 

ROE Visual brings short online crash courses

ROE Visual brings short online crash courses
ROE Visual brings short online crash courses

ROE Visual announces a series of short online seminars, both instructive and interactive. The sessions will be held in both EU and US time zones. This special range offers both training on processing technology and interactive Q&A sessions.

 

These online sessions will allow to ask anything about LED technology, processing technology and types, bug fixing or specific project requirements. Lecturers Victor Kortekaas, Tim Hamberg, Mike Smith and Neil Abel are all seasoned AV technicians who will explain and clarify the critical aspects and pitfalls of LED and processing technology.

 

www.roevisual.com

 

Messe Frankfurt bildet weiter aus

Am 1. Oktober 2020 nehmen fünf Studierende ihre Tätigkeit bei der Messe Frankfurt auf und komplettieren damit den diesjährigen Ausbildungsjahrgang. Sie absolvieren das praxisintegrierende Studium Messe-, Kongress- und Eventmanagement bzw. Rechnungswesen, Steuern und Wirtschaftsrecht - Accounting & Controlling an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Ravensburg bzw. Mannheim.

 

Bereits am 1. August 2020 haben vier kaufmännische Auszubildende sowie zwei duale Studierende des Bereichs Wirtschaftsinformatik an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Bad Vilbel ihre Ausbildung begonnen.

 

Die besondere Situation rund um Corona stellt Ausbildungsbetriebe wie die Messe Frankfurt vor Herausforderungen. Das bislang geltende Konzept aus Präsenzunterricht an den Berufs- und Hochschulen und dem praktischen Teil auf dem Messegelände ist seit Ende März 2020 nur eingeschränkt umsetzbar. Die Auszubildenden und dual Studierenden der Messe Frankfurt befinden sich größtenteils im Homeoffice, vieles wird digital abgewickelt. Hinsichtlich der Ausbildungsstationen halten die Ausbildungsverantwortlichen am praxisnahen Konzept fest.

 

Auch Berufs- und Hochschulen mussten umdenken. Nachdem der Präsenzunterricht nicht mehr möglich war, wurde die theoretische Ausbildung durch digitalen Unterricht und eigenständiges Lernen ersetzt. Die Vorlesungen an den Hochschulen fanden bislang digital statt, ab dem kommenden Wintersemester wird hybrid weitergeplant, mit Präsenzlehre und Onlinevorlesungen im Wechsel. Die Berufsschulen haben den Präsenzunterricht für die Auszubildenden unter bestimmten Hygienemaßnahmen schon seit Ende Mai wieder aufgenommen.

 

Die Messe Frankfurt plant aktuell das Ausbildungsjahr 2021, der Auswahlprozess für Studierende und Auszubildende hat bereits begonnen. Das Assessment Center, das bisher vor Ort bei der Messe Frankfurt stattgefunden hat, wurde neu konzipiert und findet derzeit rein virtuell statt.

 

www.messefrankfurt.com

 

Corona: Handlungsempfehlungen zur Optimierung des Konjunkturprogramms

Das Aktionsbündnis #AlarmstufeRot gibt - in Kooperation mit dem BDKV (Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V.), dem EVVC (Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.), dem FAMAB Kommunikationsverband e.V., der ISDV (Interessengemeinschaft der selbstständigen Dienstleisterinnen in der Veranstaltungswirtschaft e.V.), der LiveKomm (LiveMusikKommission e.V.) und dem VPLT (Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik e.V.) - aktuell die folgenden Handlungsempfehlungen zur Optimierung des Konjunkturprogramms (Überbrückungshilfen):

 

„Antragsberechtigung für Überbrückungshilfen: Die Fördersumme muss sich prozentual an den vergangenen Jahresumsätzen orientieren. Bestimmte Unternehmen, wie zum Beispiel öffentliche Einrichtungen, sind von der Förderung ausgeschlossen. Gleichzeitig bedarf es steuerpolitischer Maßnahmen für die Kommunen und Länder, um Unternehmen, die dort Veranstaltungsstätten betreiben, zu unterstützen. Grundsätzlich bedarf es einer deutlicheren Differenzierung bei der antragsberechtigten Unternehmensform, so zum Beispiel die Unterscheidung zwischen einem Unternehmen und einer Betriebsstätte oder Betrieben innerhalb von verbundenen Unternehmen.

 

Ansprüche müssen über den kulminierten, gemittelten Umsatz im Vergleich der Monate März bis Dezember 2020 gegenüber 2019 berechnet werden. Die Laufzeiten müssen mindestens bis März 2021 verlängert werden. Es braucht mehr zeitliche Flexibilität je nach Infektionsgeschehen, um sicherer planen zu können.

 

Anzupassen sind die förderfähigen Kosten: Mietkosten, Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen in nachgewiesener und marktüblicher Höhe, Personalaufwendungen, frustrierte Aufwendungen, Kosten für die Beschäftigung von Ausbildern und Ausbilderinnen, Absetzung für Abnutzung, Provisionen bei Künstlervermittlungen, sonstige betriebsbedingte Kosten, für Soloselbstständige/Kleinstunternehmen, Beiträge zur Altersvorsorge, zur Krankenversicherung; für Betriebsunterbrechungs-, Ausfallversicherungen oder Veranstaltungsausfallversicherungen und private Mietkosten.

 

Es ist eine prozentual deutlich höhere Förderung von Personalkosten erforderlich. Die Staffelung der Bekanntgabe der Maßnahmen und ihrer Zeiträume war bisher nicht hilfreich, um Liquiditätshilfen längerfristig zu planen oder zu erhalten. Es bedarf dringend der Revision der Maßnahmen mit Blick auf ihre Effizienz im gesamtwirtschaftlichen Kontext. Es müssen derzeit bestehende Benachteiligungen entfallen, die entstehen, wenn Förderungen zeitlich unterschiedlich starten und Anträge dann für Unternehmen oft ausgeschlossen sind.

 

Der EU-Beihilfe-Rahmen sollte statt der bisherigen Höchstgrenzen von 800.000 Euro plus (möglicherweise) 200.000 Euro De-minimis-Beihilfen mindestens 5 Millionen betragen. Im Sinne der Gleichbehandlungsgrundsätze bei der Förderpolitik bittet die Veranstaltungsbranche mit Blick auf die anderen Wirtschaftsbereichen gewährten Förderungen um eine angemessene Kompensation von Umsatzverlusten.

 

Aus Kostengründen können viele kleine Betriebe oder Soloselbstständige die Kosten für die Antragsstellung durch Steuerberater nicht aufbringen. Daher sollte das Antragsverfahren grundsätzlich erleichtert werden.

 

Weitere Anpassungen in Zusammenhang mit anderen Ministerien: Anzupassen sind KfW-Kredite, unter anderem bei Laufzeiten, Anforderungen oder Haftungen, Verlängerung der Gutscheinregelung, der steuerliche Verlustrücktrag, die Bezugsdauer beim Kurzarbeitergeld, Erweiterungen beim Arbeit-von-Morgen-Gesetz in Bezug auf Aus- und Fortbildung sowie eine Innovationsförderung der technischen Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft.“

 

www.alarmstuferot.org

 

Corona: Veranstaltungsbranche fordert Optimierung des Konjunkturprogramms

Die maßgeblichen Verbände der Veranstaltungswirtschaft (BDKV, EVVC, FAMAB, ISDV, LiveKomm, VPLT) fordern in Kooperation mit dem Aktionsbündnis #AlarmstufeRot weitreichende Anpassungen der im Konjunkturprogramm des Bundesministeriums für Finanzen geregelten Hilfen.

 

Das Hilfsprogramm sei nicht ausreichend, um dem von den Corona-Infektionsschutzmaßnahmen besonders hart betroffenen Wirtschaftszweig der Veranstalter, Spielstättenbetreiber und Veranstaltungsdienstleister wieder auf die Beine zu helfen. Zahlreiche Unternehmen stünden nach mehreren Monaten andauernder Veranstaltungsverbote vor dem wirtschaftlichen Aus und hätten keine Perspektive für ihre berufliche Zukunft.

 

In einem gemeinsam erarbeiteten Maßnahmenkatalog zeigen die Verbände auf, welche Teile des staatlichen Hilfsprogramms optimiert werden müssten. Bereits die Tatsache, dass mehrere Wochen nach Inkrafttreten des Programms erst weniger als 5% des zur Verfügung gestellten Hilfsbudgets abgerufen worden sei, mache deutlich, dass das Programm Schwachstellen habe und die Hilfen für viele Wirtschaftsbereiche nicht passgenau seien.

 

Die Kernforderungen der Wirtschaftsverbände bestehen in der Ausweitung des Kreises der antragsberechtigten Unternehmen, der Veränderung der Programmlaufzeit, dem Wegfall der Begrenzung der Förderungshöhe, der Erweiterung des Katalogs förderfähiger Kosten, der Ausdehnung des steuerlichen Verlustrücktrags und einer Modifikation der Kreditprogramme.

 

Der Kreis der Unternehmen, die von den Programmen profitieren können, ist nach Ansicht der Verbände „aufgrund der starren zeitlichen und arithmetischen Eintrittsvoraussetzung deutlich zu klein“. Es wird daher gefordert, diese Voraussetzungen deutlich zu flexibilisieren und den tatsächlichen Schadenszenarien anzupassen. Die aktuellen Programme haben eine Laufzeit von drei Monaten. Es sei unrealistisch, dass sich die in der Veranstaltungswirtschaft aufgrund der Infektionsschutzmaßnahmen entstandenen Einnahmeverluste und Schäden innerhalb eines so kurzen Zeitraums signifikant kompensieren ließen. Zwar habe die Regierung bereits die Verlängerung der Programme in Aussicht gestellt, den Unternehmen müsse allerdings durch die frühzeitige und deutliche Verlängerung der Laufzeiten „unverzüglich die unbedingt notwendige Existenzsicherheit“ gegeben werden.

 

Die Inanspruchnahme sämtlicher Hilfsprogramme dürfe aufgrund der Förderrichtlinien der EU noch immer den Betrag von 800.000 Euro nicht übersteigen. Dieser Betrag sei selbst bei verhältnismäßig kleinen Unternehmen aufgrund der immensen Umsatzeinbrüche und der Dauer des Schadenszeitraums nicht ausreichend. Die Bundesregierung müsse daher auf EU-Ebene darauf drängen, die rechtlich bereits vorgesehenen Möglichkeiten zur Aussetzung dieser Richtlinien zu erwirken.Die Möglichkeiten für Unternehmer und Unternehmerinnen, Hilfen zu bekommen, würden durch einen engen Katalog förderfähiger Kosten massiv beschränkt. Dem Grunde nach gleiche Aufwendungen würden an einigen Stellen ungleich behandelt („Leasing vs. Finanzierung vs. Mieten“). Da sich die Höhe der Überbrückungshilfe an der Höhe der Betriebskosten des Antragsstellers orientiert, könnten Soloselbstständige die Hilfe nicht in Anspruch nehmen, da sie nur in Ausnahmefällen Betriebskosten hätten. Es wird daher gefordert, den Katalog der förderfähigen Kosten tiefgreifend zu überarbeiten und der realen Situation der betroffenen Unternehmer und Unternehmerinnen anzupassen. Das System der Grundsicherung ermögliche es nicht, dass Unternehmen erhalten bleiben oder den veränderten wirtschaftlichen Bedingungen angepasst werden.

 

Es wurde bereits die Möglichkeit geschaffen, die steuerlichen Ergebnisse des Jahres 2020 und 2019 miteinander zu verrechnen. Diese Variante der finanziellen Hilfe wird von den Verbänden insbesondere mit Blick auf das vorgetragene Argument des Missbrauchs sehr begrüßt. Die Verrechnung der in den Vorjahren erzielten Gewinne mit den aktuellen Verlusten sei so nur für Unternehmen interessant, die in den zurückliegenden Jahren auch erfolgreich gewirtschaftet haben. Es wird allerdings gefordert, die Möglichkeiten des Verlustrücktrags auf mindestens fünf Geschäftsjahre auszuweiten.

 

Kritik üben die Verbände auch an den aktuellen Voraussetzungen für die Beantragung von Überbrückungskrediten. Es sei schon dem Grunde nach fragwürdig, ob Kredite überhaupt geeignet sind, um den von den Corona-Maßnahmen betroffenen Unternehmen aus der finanziellen Krise zu helfen. Die aktuell vorliegenden Darlehensprogramme seien es aufgrund ihrer Ausgestaltung jedenfalls nur in begrenztem Umfang. Da sich ein Ende der Veranstaltungsverbote nicht absehen ließe, müsse bereits jetzt davon ausgegangen werden, dass viele Kreditnehmer nicht imstande sein werden, aufgenommene Darlehen in den vorgesehenen Zeiträumen tilgen zu können.

 

Durch die Kombination aus Eigenkapitalverzehr und deutlicher Erhöhung des Fremdkapitals werde mit der branchenweiten Überschuldung der Unternehmen zu rechnen sein. Dass nicht schon längst zahlreiche Unternehmen Insolvenz angemeldet haben, sei allein der aktuellen Aussetzung der Insolvenzantragspflicht zu verdanken. Es wird daher gefordert, die Kreditlaufzeiten deutlich zu verlängern, die Kreditzinsen zu senken und die Laufzeiten mit ausreichend tilgungsfreien Zeiträumen auszustatten. Zusätzlich müssten Möglichkeiten geschaffen werden, dass durch die Kreditaufnahme das Rating der betroffenen Unternehmen nicht belastet wird.

 

Nachdem die Regierung bereits erste Zeichen für ihren Willen zur Optimierung des aktuellen Programms gesetzt habe, müsse nun schnell eine passgerechte Umsetzung bedarfsgerechter Rahmenbedingungen erfolgen, sofern ein völliger Zusammenbruch der Veranstaltungswirtschaft abgewendet werden soll. Die gesamte Veranstaltungsbranche stehe nach einem nun schon sieben Monate andauernden faktischen Berufsverbot buchstäblich mit dem Rücken zur Wand. Die nächste „Bazooka“ müsse daher tatsächlich eine sein - ansonsten werde die Veranstaltungswirtschaft Deutschlands „vollständig und unwiederbringlich implodieren“, so die Verbände abschließend.

 

www.alarmstuferot.org

 

Corona: Mehrheit der Aussteller hält am bisherigen Messe-Engagement fest

Rund sechzig Prozent der deutschen Unternehmen wollen auch Richtung 2021 und darüber hinaus ihr Messe-Engagement konstant halten. Das ist eines der Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage des IFO-Instituts. Nach Auffassung des AUMA - Verband der deutschen Messewirtschaft sei es eine gute Nachricht, dass die Firmen trotz schwerer Wirtschaftskrise und der andauernder Corona-Pandemie in diesem Umfang an ihren Messebeteiligungen festhalten.

 

Dabei spiele laut AUMA auch eine Rolle, dass die wichtigsten Messeziele nicht darauf ausgerichtet seien, unmittelbar Umsatz zu erzielen, sondern mittel- und langfristig das Unternehmen zu stärken. Diese Ziele seien die Gewinnung neuer Kunden, die Kundenbindung, die Stärkung von Bekanntheit und Image und die Präsentation neuer Produkte.

 

Gemäß der IFO-Umfrage möchten knapp vierzig Prozent der Unternehmen in der derzeitigen Situation ihren Beteiligungsumfang reduzieren. Die Messen, die zum Neustart Anfang September 2020 stattgefunden haben, signalisierten aber bereits für ihre Branchen eine positive Grundstimmung.

 

www.auma.de

 

Ottec und Hazebase beenden Kooperation

Die Ottec Technology GmbH, verantwortlich für die Entwicklung und Herstellung von Nebelmaschinen und Hazern für Smoke Factory, Look Solutions und Hazebase, hat sich einvernehmlich und mit sofortiger Wirkung dazu entschieden, sich von dem Vertriebspartner Hazebase zu trennen.

 

„Wir werden auch weiterhin gezielt Gerät entwickeln, die den Kundenbedürfnissen und deren Feedback entsprechen“, so die Geschäftsführer Stephan Jurisch und Jacques Eschemann. „Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit und wünschen der Firma Hazebase alles Gute für die Zukunft.“

 

www.ottec.com

 

Corona: Bündnis #AlarmstufeRot zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft gegründet

Die einflussreichsten, mitgliederstärksten Initiativen und Verbände der deutschen Veranstaltungswirtschaft haben in den letzten Wochen ihre Kräfte gebündelt. Das neue Bündnis #AlarmstufeRot handelt im Interesse von rund 9.000 Unternehmen, über 200.000 Beschäftigten und mehr als 10.000 Auszubildenden. Die Initiative stellt konkrete Forderungen an die Regierung, um den sechstgrößten Wirtschaftszweig Deutschlands mit seinen Millionen von Arbeitsplätzen zu retten.

 

Neben den Initiativen Night-of-light.de, Back-to-live.com, Jetzt-sonst.de, Saveevents.org, VT-stage.com (initiative Veranstaltungswirtschaft) und Einzelunternehmer.info haben sich auch der FAMAB e.V. und zwölf weitere Verbände der Veranstaltungswirtschaft dem Bündnis als Unterstützer angeschlossen und fördern die Kundgebungen und Forderungen. Dazu zählen auch mehrere IHK-Bezirke, die seit Wochen bei der Bundesregierung ebenfalls die dramatische Lage ihrer Mitgliedsunternehmen vortragen.

 

Initiatoren waren die Macher der Night of Light, die sich mit den einflussreichsten Initiativen und Verbänden des Sektors zusammenschlossen und gemeinsam mit diesen nun das Bündnis #AlarmstufeRot bilden. 8.000 Unternehmen, 40.000 Mitwirkende und 1.500 Städte bundesweit waren beteiligt, als in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 2020 mehr als 9.000 Gebäude in rotes Licht getaucht wurden.

 

Die Regierung und die Öffentlichkeit wurden auf die dramatische Lage der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam gemacht. Trotz intensiver Intervention bei den zuständigen Ministerien auf Bundes- und Länderebene ist laut einer Pressemitteilung des FAMAB seitdem wenig passiert - nun stünden Millionen Jobs auf dem Spiel, tausende Unternehmen befänden sich in akuter Insolvenzgefahr.

 

Als zentrale Plattform, um Demonstrationen zu koordinieren und die Rettungsforderungen der Veranstaltungswirtschaft zu veröffentlichen, wurde am 27. Juli 2020 um 12:05 Uhr die Internetseite www.alarmstuferot.org live geschaltet. Sie bündelt alle Fakten und richtet sich an Vertreter der Politik, an die Öffentlichkeit und an die Menschen der gefährdeten Branchen.

 

Ebenso weist sie die sechs Kernforderungen auf, welche Überbrückungsprogramme, Anpassungen bei Kreditprogrammen, die Flexibilisierung der steuerlichen Hilfen sowie der Kurzarbeiterregelung und die notwendigen Ausnahmen des EU-Beihilferahmens beinhalten. Gefordert wird ein direkter politischer Dialog, um Lösungen zu Rettung der Branche kurzfristig und rechtzeitig umzusetzen.

 

Unter dem Motto #AlarmstufeRot ruft das Bündnis alle Unternehmer und deren Beschäftigte ab dem 5. August 2020 zu Mittwochskundgebungen auf Landesebene auf. Ein symbolischer Tisch für eine Gesprächsrunde mit Regierungsvertretern soll direkt vor den verantwortlichen Ministerien in Bund und Ländern aufgestellt werden. Dort sollen die Beschäftigten der Veranstaltungswirtschaft den politischen Repräsentanten ihre sechs Kernforderungen übergeben. Die Kundgebungen sollen möglichst in allen Hauptstädten der deutschen Länder stattfinden.

 

www.alarmstuferot.org